Gut gebettet
Ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Bett. Grund genug, sich Gedanken darüber zu machen, wie man schläft und worauf. Ganz entscheidend für den gesunden Schlaf ist die Matratze, deshalb sollte man sich bei ihrem Kauf genau nach den eigenen Schlafbedürfnissen richten. Wir zeigen, worauf Sie dabei achten müssen.- Wie man sich bettet ...
- Latexmatratzen
- Schaumstoffmatratzen
- Federkernmatratzen
- Naturmatratzen
- Wasserbetten
Warenkunde Matratzen
Warenkunde Matratzen: Wie man sich bettet ...
Guter Schlaf gehört zu den lebenswichtigen Grundbedürfnissen des Menschen. Auf welche Unterlagen man sich dazu betten und was man beim Kauf einer Matratze beachten sollte, zeigt unsere kleine Matratzenkunde.Jeder Mensch hat ganz individuelle Schlafbedürfnisse. Deshalb ist beim Matratzenkauf eine Beratung im Fachgeschäft ebenso wichtig wie ausgiebiges Probeliegen. Doch eines gilt für alle Schlafbedürftigen: Sie brauchen für den gesunden Schlaf eine Matratze mit körperunterstützenden Eigenschaften, da sind sich die Fachleute einig.
Vor allem auf die Punktelastizität kommt es an: Der Körper muss anatomisch richtig unterstützt werden, damit die Wirbelsäule und Muskulatur entspannen können und der Kreislauf zur Ruhe kommt. Die Wirbelsäule soll in allen Schlafpositionen in ihrer natürlichen, leicht geschwungenen S-Form ruhen können. Das erfordert eine elastische und zugleich stützende Unterlage, die Bewegungen im Schlaf erlaubt, ohne nachzufedern. Je besser sich die Matratze dem Körper anpasst und sich wieder stabilisiert, nachdem sich der Schläfer gedreht hat, desto ungestörter ist der Schlaf.
Matratzen werden in drei bis vier Härtegraden angeboten. Eine zu harte Matratze ist ebenso schlecht wie eine zu weiche. Als Faustregel gilt: Personen mit hohem Körpergewicht oder empfindlichen Bandscheiben benötigen eine festere Unterlage, leichtgewichtigere und ältere eher eine weichere mit niedrigerem Härtegrad. Doch auch hierbei hat jeder Mensch ganz andere Empfindungen, da hilft nur ausprobieren.
Für den Kauf sollte man deshalb ausreichend Zeit mitbringen, am besten zwei Stunden, und keine Hemmungen haben, sämtliche Schlafstellungen im Geschäft zu testen. Einige Läden bieten auch Mustermatratzen an, die man zu Hause prüfen kann (sprechen Sie uns an). Manche Hersteller räumen sogar beim Kauf ein Rückgaberecht ein, was manchen Bettenverkäufern aber aus Hygienegründen zu weit geht.
Da der Schläfer jede Nacht einen viertel bis einen halben Liter Schweiß verliert, müssen die Matratzen die Feuchtigkeit aufnehmen und langsam wieder abgeben können. Dies leistet vor allem der Bezug. Deshalb empfehlen sich dafür natürliche Rohstoffe, die diesen Austausch am Besten regulieren. Der Bezug sollte zudem abnehmbar sein und einfach zu waschen. Außerdem müssen die Matratzen häufig gelüftet und gewendet werden. Hilfreich sind deshalb Trageschlaufen und -griffe, die das Drehen und Heben der unhandlichen Stücke erleichtert.
Doch was nützt die beste Matratze, wenn der Untergrund nicht stimmt. Erst zusammen mit dem Lattenrost bietet sie optimalen Schlafkomfort, beide müssen deshalb genau aufeinander abgestimmt sein. Und nicht zuletzt trägt das richtige Oberbett zum gesunden Schlafklima bei.
Latexmatratzen
können aus Naturlatex, synthetischem Latex oder einer Mischung aus beidem gestehen. Naturlatex wird aus dem Milchsaft von Pflanzen gewonnen, dem Kautschuk, und besitzt eine antiseptische Wirkung, die Bakterien und Hausstaubmilben weitgehend fern hält. Als nachwachsender und recyclebarer Rohstoff gilt er als umweltfreundlich. Der Begriff Naturlatex ist allerdings gesetzlich nicht geschützt. Dahinter können sich auch Matratzen mit nur geringem Naturlatexanteil verbergen. Um dem einen Riegel vorzuschieben, vergibt der Qualitätsverband umweltverträglicher Latexmatratzen e.V. (QUL) ein Qualitätssiegel für Naturlatexmatratzen. Dabei werden sie auch auf Schadstoffe geprüft.Um Latex aufzuschäumen, werden sowohl beim Natur- als auch beim synthetischen Latex bis zu 15 verschiedene Chemikalien eingesetzt. Da Rohlatex nicht sehr beständig ist, werden Konservierungs- und Alterungsschutzmittel verwendet.
Latex ist äußerst elastisch und sehr flexibel bei Kälte. Einige der synthetischen Materialien übertreffen sogar die Eigenschaften des Naturkautschuks. Durch gezielte Mischungen können die Eigenschaften der Matratze optimiert werden, zumal synthetischer Kautschuk den Vorteil hat, dass er keinen Qualitätsschwankungen unterliegt.
Von allen Matratzentypen hat Latex die höchste Punktelastizität, da das Material Millionen von kleinen Luftkammern enthält. Trotzdem ist es formbeständig und nimmt nach Entlastung sofort wieder das ursprüngliche Volumen an. Auch beim wichtigen Thema Belüftung hat Latex gute Karten, denn meist verbessern zusätzliche senkrechte Luftkanäle den Klimahaushalt der Matratze. Häufig wird Latex in Kombination mit anderen Materialien angeboten, denn für stark schwitzende Menschen empfehlen sich feuchtigkeitsregulierende Auflagen aus Naturmaterialien.
Bleibt ein Manko: Latexmatratzen haben ein hohes spezifisches Eigengewicht. Das sollten alle berücksichtigen, die sich schon beim Wenden von Schaumstoffmatratzen abmühen.
Schaumstoffmatratzen
werden aus Polyurethan-Weichschaumstoffen hergestellt. Der Standard-Polyetherschaum gehört zu den offenzelligen Schaumstoffen, er ist jedoch im Vergleich zum Kaltschaum wenig elastisch. Dieser ist unter den Schaumstoffen das beste Material. Seine Qualitäten sind dem Latexschaum vergleichbar. Er wird auch als HR-Schaumstoff (High Resilent) bezeichnet Seiner unregelmäßigen, groben Porenstruktur verdankt er seine gute Luftdurchlässigkeit und Atmungsaktivität.Die Dichte und damit die Qualität des Schaumstoffs wird durch das Raumgewicht RG angegeben. Je höher das Raumgewicht, desto elastischer, haltbarer und tragfähiger ist das Material. Das RAL-Gütezeichen definiert den Mindeststandard mit 35 Kilogramm pro Kubikmeter. Unter diesem Wert sollte man keine Matratze kaufen. 45 bis 55 Kilogramm gelten als optimal. Das Gewicht sagt aber nichts über die Härte des Materials aus.
Reiner Schaumstoff fördert das Schwitzen. Die Materialien sind jedoch weiter entwickelt und verbessert worden: Meist regulieren heute ausgeklügelte Luftkammersysteme die Feuchtigkeit. Wenn sie mit geeigneten Bezügen kombiniert sind, verbessern auch diese das Mikroklima.
Federkernmatratzen
gehören zu den älteren Matratzentypen, sind aber nach wie vor die am meisten verbreitete Art. Sie bestehen aus einem System von Stahlfedern, die durch ein Geflecht miteinander verbunden sind und sich unabhängig voneinander bewegen lassen. Umgeben wird der Federkern von einem Feinpolster aus Wolle, Baumwolle und anderen Materialien. Ihr Nachteil: Sie unterstützen nur flächig und nicht punktelastisch. Produkte mit Gütezeichen garantieren immerhin eine Mindestanzahl von Federn, das hat allerdings meist seinen Preis. Billigangebote sind deshalb oft auch von minderer Qualität.Manche Baubiologen sind der Ansicht, dass Federkernmatratzen negative Auswirkungen auf den Schlaf und die Gesundheit haben, weil die Metallfedern das natürliche Erdmagnetfeld verzerren. Hochwertige Matratzen werden deshalb häufig aus entmagnetisiertem Stahl hergestellt. Außerdem gibt es Versuche, die Federn aus Nichtmetallen, beispielsweise Kunststoff herzustellen.
Wer sich schon zum Kauf einer Federkernmatratze entschlossen hat, sollte eine hochwertige Taschenfederkernmatratze in Betracht ziehen. Bei ihr werden die einzelnen Federn in kleine Säckchen aus Nessel eingenäht und an ihren Berührungspunkten miteinander verbunden. Dieser Aufbau ermöglicht eine hohe Punktelastizität, da nur die belasteten Federn nachgeben. Die nicht beanspruchten Federn bleiben in ihren Taschen gespannt und unterstützen dadurch den Lendenwirbelbereich des Schläfers.
Daneben gibt es als Weiterentwicklung auch die Tonnen- und die Zylindertaschenfederkerne, die sich durch die Art der Verbindung der Taschen und die Federanzahl unterscheiden und ebenfalls eine hohe Punktelastizität bieten.
Naturmatratzen
verzichten auf Metallteile, Kunst- und Schaumstoffe und synthetische Fasern. Bei der Vollpolstermatratze ist der gesamte Innenkern der Matratze in einzelne Zellen aufgeteilt und mit Naturmaterialien gefüllt. Das Füllmaterial ist Rosshaar, Wolle, Seegras oder Kapok.Rosshaar ist zwar das teuerste, aber auch das beste der Materialien, denn es ist elastisch und zugleich strapazierfähig. Außerdem sorgt es für gute Luftzirkulation, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Wie Schafwolle kann es 25 Prozent seines Eigengewichtes an Nässe aufnehmen, ohne dabei nass zu wirken. Weiterer Vorteil: Rosshaar wird von Schädlingen gemieden. Aus Kostengründen wird dieser wertvolle Füllstoff aber häufig mit anderen Fasern wie Kokosfasern gemischt. Durch zusätzliche Baumwoll- und Schafwollabdeckung werden die recht harten Matratzen komfortabler. Wegen des hohen Gewichts werden sie auch zweiteilig angeboten.
Kapok ist die luftgefüllte Fruchtfaser einer tropischen Pflanze. Die Fasern sind leicht und wärmeisolierend und gelten als antibakteriell. Die Matratze ist leichter als andere Vollpolstermatratzen, elastisch und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen.
Kokosfasern sind unempfindlich gegen Feuchtigkeit und werden besonders Menschen mit Tierhaarallergie empfohlen. Die eignen sich nur für flache Matratzen oder werden mit anderen Materialien kombiniert.
Alle Vollpolstermatratzen müssen nachgepolstert werden. Dadurch kann man ihren Härtegrad selbst bestimmen. Außerdem lassen sich verschiedene Materialien individuell kombinieren.
Naturmatratzen sollten noch häufiger als andere Matratzen gedreht und gelüftet werden, auch ein Sonnenbad tut ihnen gut. Nach einigen Jahren müssen sie aufgearbeitet oder erneuert werden, denn sie bleiben nicht auf Dauer in Form.
Natur ist nicht gleichzusetzen mit gesund. Auch Naturmaterialien werden teilweise mit chemischen Mitteln gereinigt und konserviert, was Schadstoffrückstände hinterlassen kann.
Wasserbetten
Wasser ist nicht komprimierbar, weshalb beim Wasserbett eine gleichmäßige Druckverteilung stattfindet. Dadurch stützt es besonders die Wirbelsäule ganz individuell. Dies ermöglicht, Schultern und Hüfte druckfrei zu lagern und den Bewegungsapparat zu entlasten. Als weitere Vorzüge werden die Förderung der Blutzirkulation und die Verhinderung von Druckstellen genannt, was bei lang liegenden Patienten hilfreich ist.Inwieweit Wasserbetten gute körperunterstützende Eigenschaften haben, ist umstritten und hängt sicher auch von der Qualität des jeweiligen Produktes ab. An das leicht wiegende Liegen auf einem Wasserbett muss man sich aber erst gewöhnen, vor allem bei den ungedämpften “Freeflow”-Betten. Für weniger seetüchtige Schläfer gibt es auch mittel und stark “beruhigte” Modelle.
Beim Kauf wird die nötige Füllmenge an Wasser im Verhältnis zum Körpergewicht des Benutzers berechnet. Für ein Doppelbett ist ein Dualsystem aus zwei getrennten Systemen empfehlenswert, so dass jede Seite individuell angepasst werden kann.
Nach Angaben der Hersteller sollte dem Wasser einmal jährlich ein Wasseraufbereiter, ein Conditioner, beigesetzt werden, der einen Algen- und Bakterienbefall verhindern und die Kunststofffolie von innen pflegen soll.
Wasserbetten sind in der Regel beheizbar. Das Wasser wird dann auf 26 bis 38 Grad Celsius angewärmt. Das Heizelement ist meist unterhalb des Schlafenden angeordnet. Um sich nicht elektromagnetischen Feldern auszusetzen, sollte man das Bett schon tagsüber aufheizen und nachts vor dem Einschlafen den Stecker ziehen. Es sind jedoch auch Wasserbetten ohne Wärmesysteme auf dem Markt.
Das Hauptproblem der Wasserbetten ist das Liegen auf einer Luft und Schweiß undurchlässigen PVC-Folie. Besonders wichtig ist deshalb ein dicker, saugfähiger Bezug, zum Beispiel aus Schurwolle, den man abnehmen und reinigen kann.
Die heute gebräuchlichste Form des Wasserbettes ist das Softside-Bett. Es ist mit Schaumstoffteilen eingefasst und kann ohne festen Rahmen verwendet, aber auch in einem Bettgestell eingebaut werden. Ein Hardside-Bett hat dagegen eine feste Holzeinfassung, das ist zwar billiger, aber auch unbequemer. Das Gewicht eines gefüllten Wasserbettes beträgt beachtliche 500 bis 700kg, verursacht damit aber immer noch keine statischen Probleme. Bei einem Umzug muss das Wasser aber selbstverständlich abgelassen werden - das bewegt kein Möbelpacker.
Für die Lebensdauer gibt es bei diesen relativ neuen Produkten noch keine verlässlichen Angaben. Man geht aber von 15 bis 20 Jahren aus.

