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Schlafstörungen

aus: Mein Buch vom guten Schlaf (Prof. Dr. Jürgen Zulley)
 
Manche Schlafstörungen bemerken die Betroffenen selber nicht. Sie schlafen gut, sind aber tagsüber unerklärlich müde. Besonders in solchen Fällen lohnt es sich, den eigenen Schlaf genau unter die Lupe zu nehmen.
 
5 Millionen Menschen in Deutschland klagen über ernsthafte Probleme beim Ein- und Durchschlafen.
 
Wenn wir das Bett eine Zeit lang auch zu anderen Tätigkeiten nutzen, etwa zum Arbeiten oder Fernsehen, lernen wir dadurch unbemerkt und peu à peu, dass das Bett nicht zum Schlafen da ist - der Beginn einer Schlafstörung.
 

Tipp: Machen Sie Ein- und Durchschlafstörungen nicht zu Ihrem Lebensinhalt. Versuchen Sie es trotz aller Tagesmüdigkeit mit einem neuen Hobby, oder gehen Sie Dingen nach, die Sie schon immer für sich selbst entdecken wollten, etwa einer neuen Sprache, einer neuen Sportart oder Malen. Oft bessert sich das Schlafproblem dann von ganz allein.

 
Mehrere hunderttausend Menschen haben hierzulande eine Schlafstörung, ohne es selbst zu merken. Sie meinen mit wenig Schlaf auszukommen, doch des Gegenteil ist der Fall. Auf Dauer führt das nicht nur zu bleierner Müdigkeit, sondern im schlimmsten Fall zum Burn-out-Syndrom.
 

Tipp: Bei länger als sechs Monate dauernden, zu großem Schlafbedürfnis ist eine Untersuchung im Schlaflabor notwendig. Vorher sollte abgeklärt werden, ob eine körperliche oder psychische Ursache dahinter steckt. Meist ist dann schon Schlafhygiene hilfreich, erst in schweren Fällen sind Medikamente vonnöten.

 
12 Millionen Deutsche leiden unter einer deutlichen Müdigkeit am Tag. Die meisten sind zumindest zeitweise davon betroffen. Bei einem Drittel von ihnen ist Schlafapnoe die Ursache.
 
Übergewichtige atmen schwerer und laufen allein schon dadurch Gefahr, einen Atemstillstand zu erleiden: Bei ihnen lagert sich das übermäßige Körperfett rund um den Rachenraum ab, sodass die Atemwege enger sind als bei Normalgewichtigen und sie eher schnarchen.
 

Info: In extremen Fällen sind bis zu 500 Atemstillstände pro Nacht gemessen worden, die jeweils bis zu zwei Minuten anhalten können. Solche Patienten können mitunter nur zwei oder dreimal normal atmen, bevor sie wieder den nächsten Stillstand erleiden. Aber auch wenn es bei weitem ncith so schlimm kommen muss: Ab fünf Atemstillständen pro Stunde von mehr als zehn Sekunden Dauer sollte man ärztliche Hilfe suchen.

 
Patienten mit schweren Formen der Schlafpnoe erleiden doppelt so oft Schlaganfälle und Herzinfarkte, und ohne Behandlung verkürzt sich ihre Lebenserwartung um bis zu zehn Jahre.
 
Hilfreich gegen das Syndrom der unruhigen Beine sind Arzneimittel, die den Stoffwechsel des Botenstoffs Dopamin regulieren und zumindest die Beschwerden lindern, wenn sie die Krankheit auch nicht heilen können.
 
Auch Menschen, die genug schlafen, können Schlafstörungen haben. Dann nämlich, wenn sie ein innerer Drank oder ein äußerer Zwang nicht zu der Zeit schlafen lässt, wenn es eigentlich angebracht wäre. Sie leben entgegen ihrem biologischen Tag-Nacht-Rhythmus.
 
Hinter beidem, dem vorgezogenen und dem verzögerten Schlaf, steckt eine Verschiebung der inneren Uhr. Es nützt dann nichts, die Betroffenen an ihren guten Willen zu erinnern, denn willentlich ist das alles nur begrenzt beeinflussbar.
 
Es muss nicht unbedingt eine innere Ursache haben, wenn Schlafen und Wachen aus dem Takt geraten. Wer ständig zwischen Ost und West auf Reisen ist und jahrelang so lebt, der riskiert, dass sich eine Insomnie einstllt, die er durch unentwegtes Verstellen der inneren Uhr selbst von langer Hand vorbereitet hat.
 
Nicht nur im Sitzen oder Liegen, sondern auch im Stehen, beim Gehen und sogar mitten im Gespräch schlafen Narkoleptiker ein. Mit Langeweile oder Erschöpfung hat das nichts zu tun.
 

Tipp: Unter den Narkoleptikern hat sich eine agile Selbsthilfegemeinschaft gebildet, die Informationen und Tipps auch im Internet anbietet (www.dng-ev.org) und ihre Mitgliederzeitschrift humorvoll >>Der Wecker<< getauft hat.

 
Bei einer >>schlafgebundenen Störung<< wird das zentrale Nervensystem aktiv und schickt seine Aktivitätssignale in den Körper aus. Wenn sie an der Muskulatur ankommen, bewegen sich die Schlafenden, ohne etwas davon zu merken.
 
Es gibt auch Medikamente, die als Nebenwirkung Angstträume auslösen können. Dazu gehören Arzneimittel gegen hohen Blutdruck, Betablocker und Parkinson-Medikamente.
 
Der so genannte Nachtmahr entsteht aus bisher unbekannter Ursache oft in der ersten Nachthälfte aus dem Tiefschlaf heraus - und nicht wie beim Albtraum aus der Traumphase.
 
Schlafwandeln hat nichts mit dem Vollmond zu tun, und ein Schlafwandler würde nicht auf dem legendären Dachfirst entlanggehen - er würde schon vorher herunterfallen. Die sogenannte schlafwandlerische Sicherheit habt es nämlich nicht.
 
Wenn man Schlafwandler aufwecktz, antworten viele gereizt oder verwirrt, als hätte man sie aus dem Tiefschlaf geholt, und tatsächlich ist das auch der Fall: Schlafwandeln beginnt fas immer im Tiefschlaf.
 
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